Am 23.03.2026 hat der Stadtrat den Haushalt 2026 der Stadt Leichlingen beschlossen.
Dazu die Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden Helmut Wagner:
Sehr geehrte Bürger*innen,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Mitarbeiter*innen der Verwaltung,
sehr geehrte Damen und Herren von der Presse,
sehr geehrte Ratsmitglieder,
wir beraten heute über den Haushalt für das Jahr 2026 – und damit über nichts Geringeres als die Zukunft unserer Stadt Leichlingen.
Die diesjährigen Haushaltsplanberatungen sind für die CDU-Fraktion etwas Besonderes. Es ist ein Haushaltsplan, den unser Kämmerer Herr Knabbe zum ersten Mal in der finalen Fassung in Zusammenarbeit mit unserem Bürgermeister Maurice Winter aufgestellt hat. Die Haushaltsplanberatungen 2026 sind auch Besonders, weil wir, anders als etwa beim vorletzten Haushaltsplan, einen genehmigungsfähigen Haushaltsplanentwurf vorgelegt bekommen haben. Dies ist der sehr guten Arbeit des Kämmerers, des Bürgermeisters und der Fachbereichsleitungen zu verdanken, die im Vorfeld überlegt haben, wo noch gespart werden kann. Durch die Kürzung von Mittelanmeldungen und Einsparungen im Personalbereich konnte so der erste Haushaltsplanansatz um rund 3 Mio. € entlastet werden. Dafür an dieser Stelle, vielen Dank an die gesamte Verwaltungsführung und für Herrn Knabbe im Besonderen.
Trotz dieser vorbildlichen Vorarbeit steht unser Haushalt und damit stehen auch wir Ratsmitglieder für dieses und die kommenden Jahre unter gewaltigen Herausforderungen. Die Spielräume werden enger – die Erwartungen an uns aber nicht kleiner. Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an, klare Prioritäten für Leichlingen und Witzhelden zu setzen. Bei unseren Entscheidungen zu wünschenswerten Investitionen sollte uns allen dies bewusst sein.
Wie unser Kämmerer bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs betonte, war der Verwaltung bereits im Sommer 2025, also vor der Kommunalwahl klar, dass wir mit deutlich geringeren Zuweisungen und in vielen Bereichen, auf die wir als Kommune keinen Einfluss haben, mit deutlich höheren Aufwendungen und niedrigeren Erträgen zu rechnen haben. So sind etwa die Schlüsselzuweisungen 2,6 Mio. € niedriger als noch 2025 geplant, die Erstattungen des Landes nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) sinken um über 680.000 €, die Erträge aus der Gewerbesteuer werden voraussichtlich 665.000 € niedriger sein, für die Kreisumlage müssen über 1 Mio. € mehr ausgegeben werden und die LBB benötigt über 600.000 € Zuführungen in die Kapitalrücklage, um hier nur die größten Posten zu nennen, die den Haushalt belasten. In Summe macht dies ein Minus von über 8,7 Mio. €, eine Summe, die wir durch Einsparungen beim besten Willen nicht ausgleichen können.
Ohne die Einsparungen der Verwaltung in Millionenhöhe hätte eine Grundsteuer B von über 1.000 Punkten gedroht. Ein Szenario, das wir sicherlich alle gerne vermeiden möchten. Selbst die Entscheidung für die jetzt geplante Grundsteuer B von 895 Punkten, nach 625 Punkten im Jahr 2025, fällt uns nicht leicht. Denn wir wissen, dass sie jede unserer Bürgerinnen und jeden unserer Bürger direkt belastet. Allerdings finanziert die Grundsteuer konkret Dinge, die uns allen zugutekommen:
unsere Schulen, Kitas, Straßen, Feuerwehr, Musikschule, Bücherei und vieles mehr. Somit stehen wir zu dieser Entscheidung, weil sie notwendig ist, um unsere Stadt handlungsfähig zu halten.
Wir wissen, dass die Investitionen in unser Schulzentrum, die die Marke von 200 Mio. € erreichen können, im Haushaltsplan noch gar nicht enthalten sind. - Kleine Anmerkung am Rande, wir sprechen heute über einen Gesamthaushalt von rund 90 Mio. €. - Die von uns gewünschte Sporthalle in Witzhelden sowie die notwendige Sanierung oder gar ein Neubau des Rathauses werden sogar noch hinzukommen. Somit kommen mit dem nächsten Haushaltsplan Belastungen in bisher in Leichlingen nicht bekanntem Ausmaß auf uns alle zu, verbunden mit einem immensen Arbeitsaufwand für unsere Verwaltung. Dies bitten wir als CDU-Fraktion, bei allen Ratsentscheidungen bereits heute zu berücksichtigen.
Auch wenn uns aus dem Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) NRW für den Zeitraum 2025 bis 2036 für den Bereich Bildung und Betreuung noch Gelder in Höhe von gut 11,38 Mio. € zur Verfügung stehen, so werden diese Mittel nur einen kleinen Teil der notwendigen Investitionen decken können. Zu beachten ist außerdem, wir müssen aufpassen die Fördermittel aus der Wiederaufbauhilfe nicht zu gefährden, wir müssen also schnell sein. Dies bedeutet, wir müssen bzw. mussten bereits heute richtungsweisende Entscheidungen für unser neues Schulzentrum fassen. Der Vorschlag der Verwaltung die große und sehr teure Interimslösung auf dem Eicherhofsfeld sowie die Variante eines Baus der Sekundarschule auf dem Eicherhofsfeld nicht weiter zu verfolgen, sind deshalb völlig richtig. Schnell sein müssen wir selbstverständlich auch, um die PCB-Belastung der Schüler*innen und Lehrer*innen möglichst gering zu halten. Hier sind wir alle gefordert.
Kommen wir zum nächsten wichtigen Thema. Wir haben heute über die Planung und die Anmietung einer Containeranlage für die Unterbringung von geflüchteten Menschen zu entscheiden. In diesem Zusammenhang wird wieder über den Kauf der Immobilie Schützenstraße diskutiert. Unstrittig sollte sein, wir benötigen die Gelder für eine Containeranlage für die Unterbringung von bis zu 88 Personen im Haushalt dringend, unabhängig von einem Kauf der Immobilie Schützenstraße, wo derzeit nur 24 Asylanten untergebracht sind. Dies hat uns die Verwaltung sehr plausibel und ausführlich dargelegt. Die Containeranlage kann flexibel, je nach Bedarf errichtet werden. Und wenn wir diese Möglichkeit zur Unterbringung von bis zu 88 Personen haben, benötigen wir die Schützenstraße nicht mehr. Wir können und sollten an dieser Stelle Geld sparen und Risiken minimieren. Denn umgekehrt würde es bedeuten, wenn wir die Schützenstraße kaufen, müssen wir nicht nur weitere Gelder für die Sanierung und Ertüchtigung dieser Immobilie einstellen, sondern zusätzlich Gelder für eine weitere Containeranlage, da die 24 Plätze in der Schützenstraße bei weitem nicht ausreichen. Lassen Sie uns auch hier bitte vernünftige Entscheidungen treffen.
Mit dem Haushaltsplan 2026 bringen wir zahlreiche Investitionen und damit Verbesserungen für unsere Blütenstadt Leichlingen und für unser Höhendorf Witzhelden auf den Weg. Wir wollen es dem Bürgermeister und seiner Verwaltung ermöglichen mit einem herausfordernden Programm loszulegen. CDU und SPD haben beantragt Mittel für die Planung und den Kauf eines Grundstücks für den Neubau einer Sporthalle in Witzhelden in den Haushalt einzustellen. Ein Vorhaben, das von einer breiten Ratsmehrheit mitgetragen und gewünscht wird. In der Balker Aue wird als Ersatz für die stark sanierungsbedürftige Kita Förstchen eine neue Kita für über 7 Mio. € entstehen. Die Straßenbeleuchtung wird flächendeckend auf LED umgestellt. Die Sanierung der GGS und der Sporthalle Büscherhof wird abgeschlossen. Es werden dringend benötigte neue Fahrzeuge für unsere freiwillige Feuerwehr gekauft. In das Sportzentrum Witzhelden wird ein Millionenbetrag investiert. Die Sanierung zahlreicher Straßen, Fahrrad- und Fußwege wird endlich angegangen. Jährlich werden im Schnitt 400.000 € in unsere Spielplätze investiert. Der Bahnhofvorplatz wird aufwendig und zeitgemäß umgebaut. Nicht vergessen sollten wir aber auch die Investitionen in Digitalisierung, in Projekte des Klimaneutralitätsplans sowie in die Starkregen- und Hochwasservorsorge.
Dies ist, wie gesagt, ein herausfordernder Haushaltsplan, sowohl im Hinblick auf unsere Finanzplanung als auch auf die Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Nicht jede wünschenswerte Maßnahme ist aktuell finanzierbar und leistbar. Durch den Kauf der Alten Post müssten weitere finanzielle Mittel in den Haushalt 2026 und für die Folgejahre eingestellt und zusätzliche Stellen im Stellenplan geschaffen werden. Eine sofortige weitere Erhöhung der Grundsteuer B wäre die Folge. Auch wir sind für den Erhalt der Alten Post, allerdings liegt die Verantwortung für den Erhalt dieser denkmalgeschützten Immobilie allein beim Eigentümer. Es besteht kein Grund anstelle des Eigentümers unsere Bürgerinnen und Bürger mit geschätzten Investitionen von weit über 3 Mio. € und zusätzlichen jährlichen Betriebs- und Personalkosten in Höhe von rund 140.000 € zu belasten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass nach der Kommunalwahl erstmals Druck auf den Eigentümer ausgeübt wird seiner Verpflichtung zum Erhalt des Denkmals nachzukommen.
Damit kommt die CDU-Fraktion zum Fazit. Wir haben auf der einen Seite wegbrechende Zuweisungen und sinkende Erträge sowie weiter steigende Aufwendungen. Auf der anderen Seite haben wir mit dem Neubau des Schulzentrums eine Herausforderung vor uns, die möglichst schnell umgesetzt werden muss und uns in den nächsten Jahren vor immense Herausforderungen stellt. Der uns vorliegende Haushaltsplan ist ambitioniert und es soll trotzdem eine Vielzahl sehr guter und dringend notwendiger Investitionen getätigt werden. Da wir bereits heute wissen, dass der Bau des Schulzentrums in Leichlingen sowie der ebenfalls notwendige Bau einer Sporthalle in Witzhelden zu weiteren Belastungen der kommenden Haushalte führen wird, sollten wir heute keine zusätzlichen belastende Investitionen beschließen.
Meine Damen und Herren,
der Haushalt 2026 ist kein Haushalt der großen Wünsche -
aber er kann ein Haushalt der richtigen Entscheidungen sein.
Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren,
wenn wir ehrlich priorisieren,
und wenn wir konsequent umsetzen,
dann legen wir heute den Grundstein für morgen.
Wir haben jetzt einen Haushaltsplan vorliegen, der genehmigungsfähig ist. Daher wird die CDU-Fraktion der Haushaltssatzung und dem Produktbuch für das Haushaltsjahr 2026 sowie dem Stellenplan mit gutem Gewissen zustimmen.
Vielen Dank.

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