Sehr geehrte Leichlingerinnen und Leichlinger,

aus Anlass der neuen Gesprächstermine des nicht öffentlichen „Arbeitskreises Innenstadtentwicklung", erlauben wir uns, Ihnen den Standpunkt der CDU Fraktion hierzu darzulegen.

Eine zentrale Aussage aus unserem Wahlprogramm lautet:

„Die CDU Leichlingen möchte mit einem höheren Maß an Transparenz und Bürgerbeteiligung alle Verwaltungs- und Entscheidungsprozesse der Stadt für Sie nachvollziehbar gestalten."

Damit erübrigen sich für uns Überlegungen, ob wir an nicht öffentlichen Gesprächen zur Innenstadtentwicklung teilnehmen sollen, an öffentlichen Gesprächen beteiligen wir uns selbstverständlich.

Darüber hinaus haben wir bei der gegenwärtigen Diskussion den Eindruck, dass Leichlingen nur reagiert und sich exklusiv mit der Planung eines Grundstückseigentümers bzw. Investors sowie seines Architekten beschäftigt wird.

Wie sich die CDU Fraktion eine zukünftige Entwicklung unserer Innenstadt vorstellen kann, ist dabei kein Geheimnis. Der erste Punkt in unserem Wahlprogramm lautet:

„Leuchtturmprojekt Stadtentwicklung: Bau eines modernen Lebensmittelmarktes mit Öffnung zur Wupper unter Erhalt des Neuen Stadtparks"
und
„Wir setzen auf eine Aufwertung unserer vorhandenen, traditionellen Einkaufsstraßen."

Zu diesen Aussagen steht die CDU Fraktion selbstverständlich auch heute noch uneingeschränkt. Konkret bedeutet dies:

  1. Der Stadtpark soll komplett erhalten bleiben.
  2. Der Standort des Kaufparks sowie der Tankstelle bietet sich für den Neubau eines modernen Lebensmittel-Vollsortimenters an, der sich mit kleineren Shops und einer Gastronomie zur Wupper und zur Funchal Brücke hin öffnet.
  3. Das Rathaus soll saniert und nicht neu gebaut werden.
  4. Der inhabergeführte Einzelhandel soll gestärkt werden.
  5. Im Bereich der Brückenstraße, die gemeinsam mit Brückerfeld, Marktstraße und Gartenstraße unser Stadtzentrum bildet, soll ergänzender Einzelhandel angesiedelt werden.

Das geplante Projekt der Herren Kiefer und Reiser hat hingegen keine Verbindung bzw. Vernetzung mit den derzeitigen Einzelhandelslagen, so dass diese von dem Projekt auch nicht profitieren werden. Im Gegenteil, die wenigen großflächigen Mieter aus unserer Innenstadt könnten sich in das neue Einkaufszentrum verlagern und somit die heutige Innenstadt noch weiter veröden.

Letzteres ist ein Punkt, wieso wir die aktuell vorliegende Planung für die Bebauung des Neuen Stadtparks äußerst kritisch sehen. Hierzu sind exemplarisch folgende weitere Punkte zu nennen:

  • die Tieferlegung der Neukirchener Straße ist „Wahnsinn" (Zitat des ehemaligen Baudezernenten Herr Helferich Preuschen);
  • die Verkehrsproblematik rund um das Projekt ist ungeklärt bzw. unlösbar;
  • so ist etwa die viermonatige Komplettsperrung der Neukirchener Straße undurchführbar;
  • die geplante Verkaufsfläche ist überdimensioniert;
  • die Vorgaben zum Grünflächenausgleich werden nicht erfüllt;
  • die Öffnung zur Wupper ist unzureichend.

Abschließend erneuern wir unser Plädoyer, einen Sonderausschuss Innenstadt einzurichten.

Nach unseren Vorstellungen sollen dort die Bürger nicht nur als Zuhörer im Zuschauerraum sitzen, sondern genauso wie Vertreter der IHK, des WIV und Gutachter aktiv in die Diskussion einbezogen werden.

Die CDU würde gerne ihre Vorstellungen zur zukünftigen Stadtentwicklung und ihre Meinung zu der vorliegenden Planung öffentlich diskutieren. Auch sind wir der Überzeugung, dass wir nur gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern eine Antwort auf die Frage bekommen,

wo will Leichlingen mit seiner Stadtentwicklung überhaupt hin?

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Wagner
(CDU-Fraktion Leichlingen)